Wurmzucht im Garten

Wenn Sie einen Garten haben, sollten Sie sich eine eigene Wurmzucht zulegen. Lohn der geringen Mühe: ein nie versiegender Vorrat an Würmern.

Rotwürmer gehören zu den fängigsten Ködern auf Brassen - ob einzeln oder als Cocktail mit Maden oder Castern angeboten. Mistwürmer eignen sich in der Regel als Hakenköder nicht so gut, zerhackt jedoch sind sie eine wertvolle Bereicherung des Lockfutters.

Rotwürmem sind leicht zu beschaffen: Man kauft sie im Angelgeschäft. Mistwürmer dagegen bekommt man dort selten, obwohl einige Spezialisten auf sie schwören (für Schleien).

Mist enthält Rotwürmer und Mistwürmer, doch leider gibt es immer weniger Misthaufen. Selbst wenn man auf einen Misthaufen mit Würmern stößt, kann man sich nicht darauf verlassen, daß er immer Würmer beherbergt. Bei heißem Wetter trocknen Misthaufen rasch aus.

Die Lösung des Problems: Man beginnt mit seiner eigenen Wurmzucht. Am besten legt man sie kurz nach Saisonende an, damit sich der Anfangsbestand über mehrere Monate hinweg ungestört vermehren kann.

In einer ebenen, schattigen Ecke Ihres Gartens bauen Sie aus vier Wellblechplatten einen Kompostkasten; Kanthölzer bilden die Eckverbindungen. Die Seitenlänge Ihres Kastens sollte 1 bis 1,50 m betragen. Wellblech gibt es im Baumarkt. Wer nicht an Wellblech herankommt, kann auch Holzbohlen verwenden, die allerdings mehrfach mit Holzschutzmittel gestrichen werden müssen, damit sie nicht so schnell verrotten.

Ansiedeln der Würmer:
Den Boden (3) des Kastens füllen Sie mit einer Mischung aus Erde und Laubmulch bis zu einer Höhe von 15-30 cm auf. Darüber (2) kommt eine etwa 5 cm dicke Schicht Schweine-, Kuh- oder Pferdemist. Nun siedeln Sie die erste Generation der Rot- und Mistwürmer hier an (100 bis 200 Stück genügen vollkommen). Tauwürmer gehören übrigens nicht in Ihre Wurmzucht: Sie sind anfällig für Krankheiten und können den Bestand zerstören. Geben Sie jeden Tag (1) Küchenabfälle in den Zuchtkasten: Kartoffelschalen, Kaffeesatz, Apfelgehäuse und andere biologische Küchenreste.

Auf drei Dinge müssen Sie achten, damit die Würmer wachsen und gedeihen. Erstens muß der Säuregrad (pH-Wert) der Kompostmischung niedrig gehalten werden. Viele Wurmzuchten gehen zugrunde, nur weil der Kompost, in dem sie leben, zu sauer ist. Dies können Sie leicht vermeiden, indem Sie mit den Küchenabfällen jedes Mal eine Handvoll Kalk dazugeben (gibt's im Garten-Center).

Zweitens muß man darauf achten, daß die Wurmzucht nicht austrocknet. Auch wenn sie an einem schattigen Plätzchen untergebracht ist, kann es nicht schaden, wenn man sie mit feuchtem Sacktuch oder etwas Ähnlichem bedeckt. Und im Sommer muß man die Zucht zusätzlich regelmäßig mit Wasser besprengen.

Schließlich sollte man niemals mehr Würmer entnehmen, als man benötigt, denn sonst treiben Sie Raubbau, und Ihre Wurmzucht ist schnell erschöpft. Außerdem sollten Sie die übriggebliebenen Würmer nach Ihrem Angelausflug wieder in den Wurmkompost zurücksetzen.

Wenn Sie alles richtig machen, vermehren sich die Würmer rasend schnell, und Sie werden nicht nur riesige Mengen fadenartiger weißer Würmchen finden, sie erhalten auch einen vorzüglichen Kompost.

Die Würmer besorgen Sie sich am besten von einem alten Bauernhof der einen genauso alten Misthaufen hat. Graben Sie seitlich am Haufen mit einer Mistgabel, und Sie bekommen in kurzer Zeit Ihr ,,Startkapital” zusammen.